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Thu 11. May 17 08:40

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Im Rahmen einer Reihe von Interviews zeigt Abteilung für Patientenberatung, Gebührenordnungsfragen und Praxisführung ihr Gesicht und stellt sich und das breite Spektrum ihrer Dienstleistungen und Aufgaben dar.

Ganz gleich ob Patient oder Zahnarzt: Wer sich in Fragen zur Abrechnung und der GOZ 2012, zu Behandlungsmaßnahmen, Qualitätsmanagement oder Hygiene an die Kammer wendet, wird die Stimmen der Abteilungsleiterin Josefin Theissen, ihrer Stellvertreterin Silke Lehmann und die ihrer Mitarbeiterinnen Renate Stark, Julia Kraft, Diana Kern, Stafanie Parth oder Anja Weber kennen lernen.

Eine Broschüre zur Abteilung für Patientenberatung, Gebührenordnungsfragen und Praxisführung steht Ihnen hier zum DOWNLOAD zur Verfügung.

In dieser Broschüre finden Sie alle wichtigen Informationen zum Leistungsspektrum und die Kontaktdaten, unter denen Sie uns erreichen können.

Theissen, Josefin
Josefin
Theissen
Kern, Diana
Parth, Stefanie
Weber, Anja
Lehmann, Silke
Stark, Renate
Diana
Kern
Stefanie
Parth
Anja
Weber
Silke
Lehmann
Renate
Stark


Im folgenden Interview stellt Frau Theissen ihre Abteilung vor.

Frau Theissen, was genau sind die Aufgaben Ihres Teams in der Geschäftsstelle?

Josefin Theissen: Bereits die offizielle Bezeichnung unserer Abteilung zeigt die maßgeblichen Tätigkeitsfelder. Wir helfen zunächst bei allen Fragen zur Abrechnung nach der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) 1988 und 2012. Weiterhin beraten wir rund um das zahnärztliche Behandlungsverhältnis, also zu therapeutischen, ästhetischen und prophylaktischen Maßnahmen der Zahnheilkunde. Ein weiterer, wichtiger Tätigkeitsbereich ist die Beratung zur Praxisführung. Hier stehen zahnärztliches Qualitätsmanagement (Z-QMS), Fragen zur Hygiene in der Zahnarztpraxis oder zum BuS-Dienst im Mittelpunkt. Bei Letzterem handelt es sich um den Betriebsärztlichen und Sicherheitstechnischen Dienst, zu dessen Durchführung der Praxisinhaber per Gesetz verpflichtet ist. Diese kann nicht nur durch einen externen Dienstleister, sondern ebenso durch ein Präventionskonzept der Landeszahnärztekammer Hessen erfolgen. Wie genau dies von statten geht, erfahren die Zahnärztinnen und Zahnärzte durch unsere Abteilung

Wen genau beraten Sie in diesen Fragen?

Josefin Theissen: Grundsätzlich wurde unsere Abteilung 1998 mit der Zielsetzung eingerichtet, für die hessischen Bürgerinnen und Bürger eine zentrale Anlaufstelle für alle Fragen rund um das Zahnarzt-Patientenverhältnis zu schaffen. Dabei sollte natürlich auch eine Service- und Beratungsstelle für unsere Mitglieder entstehen. Neben Zahnärzten und Patienten beraten wir aber auch Erstattungsstellen, Selbsthilfegruppen, unabhängige Patienteninformationen, Ministerien oder Anwälte, die Detailfragen zu zahnmedizinischen Sachverhalten haben. Von den über 200 schriftlichen Anfragen pro Monat entfallen knapp die Hälfte auf Patienten, die übrigen auf Zahnärzte. Bei den Anrufern ist das Verhältnis ähnlich. Von monatlich etwa 800 Anrufern sind circa 500 Zahnmediziner, die übrigen sind Patienten.

Gibt es Beratungsangebote die auf bestimmte Gruppen von Fragestellern zugeschnitten sind?

Josefin Theissen: Das Angebot der Patientenberatung richtet sich – nomen est omen – an die Patienten. Deren Fragen betreffen sämtliche Details zahnmedizinischer Therapien. Es geht um diverse Materialien für Füllungen und ihre Vor- und Nachteile, um Implantate, Brücken und jede Form von herausnehmbarem Zahnersatz. Darüber hinaus geht es in den Anfragen um kieferorthopädische Behandlungen sowie neue oder alternative Methoden der Zahnheilkunde. und natürlich um die Hilfe bei der Suche nach einem geeigneten Zahnarzt. Immer wieder Thema ist dabei auch die Suche nach einem Zahnarzt mit einem bestimmten Tätigkeitsschwerpunkt wie Kinderheilkunde, Alterszahnmedizin, nach Praxen, die barrierefrei bzw. für Rollstuhlfahrer geeignet, oder sich auf Angstpatienten spezialisiert haben. Hierfür bietet die Kammer zwar auch ein leicht zu handhabendes Online-Formular an, aber viele Patienten ziehen den direkten, persönlichen Kontakt vor. Im Vorstand der LZKH sind Prof. Dr. Olaf Winzen und Dr. Nolte die zuständigen Referenten für diesen Aspekt unserer Arbeit. In Sachen Hygiene sind es in der Regel Zahnärzte, die mit uns in Verbindung treten. Die LZKH wurde in einer gemeinsamen Vereinbarung mit dem Land Hessen und den hessischen Gesundheitsämtern mit der Beratung zur Umsetzung der Richtlinie des Robert Koch Instituts (RKI) zur „Infektionsprävention in der Zahnheilkunde – Anforderungen an die Hygiene“ betraut. Im Rahmen dieses Hygieneprojekts der Kammer und des HSM führen wir in Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern Hygieneberatungen in den Praxen durch. Dieser Bereich wird hier in der Abteilung von Frau Stark betreut und koordiniert. Letzte Instanz in Sachen Hygiene und Praxisführung ist Herr Dr. Dehler, der das zugehörige Vorstandsreferat innehat.

Und die Gebührenfrage interessiert Patienten und Zahnmediziner gleichermaßen?

Josefin Theissen: Ganz genau, das ist sozusagen die Schnittmenge. Wenn es um einen Heil- und Kostenplan oder eine Abrechnung zahnärztlicher Leistungen geht, sind es Patienten und auch Zahnärzte, die sich bei uns rückversichern. Daher stellen die Anfragen zur Gebührenordnung und ihrer Anwendung in der Rechnungslegung durch den Zahnarzt den größten Teil der schriftlichen Kommunikation mit unserer Abteilung. Während sich viele Patientenfragen zur Behandlung telefonisch klären lassen, bedarf es hier meist der Übermittlung von Dokumenten wie des Heil- und Kostenplanes oder einer Rechnung.

Fungiert Ihre Abteilung als eine Art Schlichter bei Auseinandersetzungen zwischen Arzt und Patient?

Josefin Theissen: Wir sind selbst keine Schlichtungsinstanz, aber wir machen die Arbeit der Schlichtungsstelle hier im Haus in vielen Fällen überflüssig. Meist genügt es, den Sachverhalt durch eine Prüfung hinsichtlich der korrekten Auslegung und Anwendung der GOZ zu klären und unser Urteil dem Zahnarzt oder dem Patienten mitzuteilen und entsprechend zu erläutern. In aller Regel führt dies zu einer Beilegung des Konflikts in Rechnungsangelegenheiten. So gesehen kann man unsere Abteilung als eine Vorinstanz zur eigentlichen Schlichtungsstelle der LZKH betrachten. Bleibt der Konflikt ungeachtet unseres Votums bestehen, können wir den Schlichtungsausschuss anrufen und ein Schlichtungsverfahren einleiten. Dies setzt jedoch das Einverständnis aller Parteien voraus.

Wie läuft eine Konfliktlösung in Gebührenfragen genau ab?

Josefin Theissen: Auch wenn die Bearbeitung der meisten Gebührenfragen mit einer Menge Schriftverkehr verbunden ist, wenden sich die meisten Fragesteller zuerst über die Beratungs-Hotline-Nummer 069 427275-169 an unsere Sachbearbeiterinnen. Wenn sich – wie meistens in Gebührenangelegenheiten – die Anfrage am Telefon nicht abschließend klären lässt, wird von uns der vollständige Schriftverkehr zwischen Zahnarztpraxis, Patient und gegebenenfalls der Erstattungsstelle und darüber hinaus eine Entbindung von der Schweigepflicht durch den Patienten angefordert.
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Wenn uns alle Unterlagen vorliegen, prüfen wir den gesamten Vorgang auf seine Rechtmäßigkeit hinsichtlich der Gebührenordnung für Zahnärzte. Stellt sich heraus, dass die Abrechnung eine Unregelmäßigkeit beinhaltet, bitten wir zunächst die zuständige Praxis um eine Stellungnahme in Schriftform. Sobald uns diese zugegangen ist, findet eine erneute Prüfung des Sachverhaltes statt. Das Ergebnis der gesamten Prüfung geht dem Patienten und auch der Praxis zu. Transparenz nach beiden Seiten ist einer der wichtigsten Schlüssel zur Lösung derartiger Konflikte.

Mit welchen Abteilungen im Haus arbeiten Sie am engsten zusammen? Angesichts der vielen gebührenrechtlichen Aspekte würde ich auf den Justitiar tippen…

Josefin Theissen: Natürlich gibt es Schnittstellen mit den anderen Abteilungen; in einer Geschäftsstelle kämpft niemand für sich allein. Wenn Klärungsbedarf hinsichtlich juristischer Fragen allgemeiner Natur besteht, ziehen wir die Rechtsabteilung, also unseren Justitiar Herrn Martin D. Boost zurate. Wir sind keine Rechtsgelehrten, aber wir wenden geltendes zahnärztliches Gebührenrecht auf den konkreten Einzelfall an. Die abschließende Begutachtung der Ergebnisse unserer Arbeit in Schriftform übernimmt der hierfür zuständige Vorstandsreferent Prof. Dr. Olaf Winzen und mit seiner Unterschrift die persönliche Verantwortung. Auch hinsichtlich der Öffentlichkeitsarbeit gibt es Überschneidungen – etwa wenn wir Artikel für den DHZ verfassen.

Wir haben im Vorfeld viel über Gebühren und Abrechnung gesprochen. Seit Anfang des Jahres müssen die Praxen die umstrittene „neue“ GOZ 2012 anwenden. Welche Auswirkung hatte die Novelle der Gebührenordnung auf die Arbeit Ihrer Abteilung?

Josefin Theissen: Aufgabe der LZKH Geschäftsstelle und unserer Abteilung ist es, die hessischen Zahnärztinnen und Zahnärzte fit für ihre tägliche Praxis zu machen. Die Novellierung so zentraler Normen wie der Gebührenordnung für Zahnärzte macht für uns als Dienstleister besondere Anstrengungen notwendig. Um etwaige Verunsicherungen der Mitglieder durch Beratung aus der Welt schaffen zu können, mussten wir selbst tief in die Neuerungen der Abrechnung einsteigen. Hierzu wurde die gesamte Abteilung in einer intensiven Schulung im Haus an die Feinheiten der Abrechnung nach der GOZ 2012 herangeführt. Dazu kamen die Hilfsmittel, die unsere Abteilung in Zusammenarbeit mit den anderen Abteilungen im Haus für die Zahnärztinnen und Zahnärzte bereitstellen.

Um welche Hilfestellungen und Hilfsmittel handelt es sich dabei?

Josefin Theissen: Bei den Hilfsmitteln steht unser Kurzverzeichnis zur GOZ 2012 an erster Stelle. Es beinhaltet auf wenigen Seiten und in klarer Strukturierung die Neuerungen der GOZ in der Fassung vom 1. Januar 2012 und ergänzend die GOÄ in der Fassung vom 1. Januar 1996 sowie die BEMA in der Fassung vom 1. Januar 2004. Neben dem Kurzverzeichnis haben wir den Mitgliedern noch die umfangreichere Broschüre zur neuen GOZ mit der vollständigen Gebührenordnung und ebenfalls Auszügen der GOÄ zur Verfügung gestellt, die als gemeinschaftliches Projekt der Zahnärztekammern in Hessen und Nordrhein erarbeitet wurde. Das Kurzverzeichnis und die Broschüre haben wir unseren Mitgliedern mit dem letzten Kammerrundschreiben zukommen lassen und zudem auf der Webseite der Landeszahnärztekammer zum Download bereitgestellt.
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Die 8.000 Exemplare des Kurzverzeichnisses waren mit dem Rundschreiben und den unmittelbar darauf eingegangenen Nachbestellungen sofort vergriffen. Manche Praxen haben für jede ihrer Mitarbeiterinnen ein eigenes Kurzverzeichnis geordert. Von den sofort als Nachbestellung in Auftrag gegebenen 1.500 Stück für die Fachabteilungen im Haus wurden allein bis Ende Januar rund 320 Kurzverzeichnisse zur GOZ 2012 angefordert.

Gab es neben den Printmedien noch weitere ‚Trainingsmaßnahmen‘, um die hessischen Zahnärztinnen und Zahnärzte fit für die GOZ zu machen?

Josefin Theissen: An erster Stelle sind hier die Intensivfortbildungen zur GOZ 2012 zu nennen, die von der LZKH für die Mitglieder angeboten werden. Für diese Fortbildungseinheiten, die neben Frankfurt auch in Darmstadt, Gießen Kassel oder Fulda angeboten und von der Fortbildungsakademie für Zahnmedizin Hessen (FAZH) hier im Haus organisiert und koordiniert werden, haben wir als Fachabteilung gemeinsam mit dem zuständigen Vorstand Prof. Dr. Olaf Winzen die Auswahl der Themengebiete und der Referenten vorgenommen. Die bisherige Resonanz auf das Angebot war mit rund 1.300 Anmeldungen sehr gut, weshalb wir neben den ursprünglich geplanten Veranstaltungen Zusatztermine ins Programm aufnehmen mussten, um allen interessierten Mitgliedern die Teilnahme an der Fortbildung zu ermöglichen. Dennoch wird keine noch so intensive Fortbildung unsere Abteilung von der Beratung der Zahnärztinnen und Zahnärzte in allen Fragen rund um die Abrechnung entbinden.

Welche weiteren Aufgaben übernimmt Ihre Abteilung neben den vielen Beratungsaufgaben?

Josefin Theissen: Hier darf Z-QMS, das von der LZKH entwickelte Qualitätsmanagementsystem für Zahnärzte nicht vergessen werden. Wie auch die Pflege des Hygieneprojekts gehört das Qualitätsmanagement in den Bereich Praxisführung. Im  Vorstand der Landeszahnärztekammer Hessen wird der Bereich Qualitäts- und Praxismanagement von Dr. Doris Seiz als zuständige Referentin betreut. Hier in der Abteilung  ist Silke Lehmann die maßgebliche Ansprechpartnerin. Früher gab es einmal im Jahr eine CD-Rom mit allen Informationen zur zahnärztlichen Praxis und zu den Tätigkeiten der Zahnmedizinischen Fachangestellten: Vertragsmuster, Gesetzes- und Verordnungstexte, ein Handbuch zur Gebührenordnung und andere Informationsmaterialien.
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Alle Materialien, die Zahnarztpraxen benötigen, um die Verpflichtung des Gesetzgebers zum zahnärztlichen Qualitätsmanagement gemäß § 135a Abs. II SGB V mit einem möglichst geringen Zeitaufwand und kostengünstig zu erfüllen, sind mittlerweile im Internet verfügbar. Alle hessischen Zahnärzte können sich bei unserem Online Qualitätsmanagement Portal www.z-qms.de kostenfrei registrieren und erhalten dann ihre Login-Daten sowie in regelmäßigen Abständen die wichtigsten Neuerungen im Bereich QM als E-Mail Newsletter. Wer in seiner Praxis nicht über einen Zugang zum Internet verfügt, kann natürlich nach wie vor eine CD-Rom gegen eine Gebühr erhalten.

Zum Abschluss die wichtigste Frage: Wann stehen Sie und ihre Kolleginnen für die Patienten, die Mitglieder der Kammer und alle anderen Fragesteller zur Verfügung?

Josefin Theissen: Die Abteilung für Patientenberatung, Gebührenordnungsfragen und Praxisführung hat von Montag bis Donnerstag zwischen 08.30 und 16.30 Uhr ein offenes Ohr für alle Fragen. An Freitagen sind wir zwischen 08.30 und 15.00 Uhr im Einsatz. Generell können uns alle Mitglieder, Patienten und andere Interessenten unter der Hotline 069 427275-169 und per Email erreichen.

Vielen Dank für das Gespräch.

Dieses Interview können sie hier als pdf-Dokument downloaden.