Zahnrettungsbox print

Mon 9. Jul 12 13:30

Ob beim Skifahren, im Schwimmbad oder bei Fun-Sportarten wie dem Skateboard-, Inlineskate- oder Mountainbikefahren - stets ist das Risiko eines Sturzes gegenwärtig. Selbst wenn der Kopf durch einen Helm geschützt ist, kommt es in vielen Fällen zu einem Frontzahntrauma: Ein Zahn wird als Ganzes herausgeschlagen oder ein Teil des Zahns bricht ab.

In derartigen Fällen kann eine Zahnrettungsbox helfen, den Verlust des Zahnes zu vermeiden, indem sie den abgebrochenen Zahn oder das Bruchstück über einen gewissen Zeitraum am Leben hält.

Bei einer Zahnrettungsbox handelt es sich um ein Gefäß mit einer speziellen Nährlösung für Zellen. Die meisten Hersteller und Anbieter von Zahnrettungsboxen verwenden keine Box im eigentlichen Sinne, sondern ein kleines Glasfläschchen mit einem Schraubdeckel. In der Zellnährlösung kann der Zahn bei Zimmertemperatur bis zu 48 Stunden aufbewahrt werden kann, ohne dass es zu einem Absterben der Zellen an der Wurzeloberfläche kommt.

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Quelle: miradent.de

Dieser Zeitraum ist in der Regel ausreichend, um einen Zahnarzt als Notfall aufzusuchen. Wird der in der Zahnrettungsbox konservierte Zahn durch den Zahnmediziner wieder an seinen Platz im Kiefer eingegliedert (replantiert) oder das Zahnbruchstück neuerlich befestigt, bestehen sehr gute Heilungschancen für den Zahn und den Zahnhalteapparat.

Zahnrettungsboxen können in vielen Apotheken ohne Vorlage eines Rezepts erworben werden. Von Herstellerseite wird auch eine Zahnrettungsbox an allen Sportstätten mit erhöhter Wahrscheinlichkeit eines sturzbedingten Zahntraumas empfohlen.

Unbenutzte Zahnrettungsboxen bzw. die in ihnen enthaltene Nährflüssigkeit haben eine Haltbarkeit von etwa drei Jahren - danach muss die Box ersetzt werden.


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Zwecks möglichst breiter Streuung der Informationen zur Zahnrettung bei Unfällen und zur möglichst vollständigen statistischen Erfassung der Unfälle stehen folgende Informationsmaterialien bereit:


Die deutschlandweite Verteilung von Zahnrettungsboxen soll wissenschaftlich begleitet werden. Diese Aufgabe wird von Privatdozent Dr. Yango Pohl übernommen, Oberarzt in der Poliklinik für Chirurgische Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Universitätszahnklinik Bonn. Ein Teilaspekt ist die Erfassung von den Bedingungen und Umständen von Zahnunfall und Zahnrettung. Dazu dient ein Fragebogen, der mit den Zahnrettungsboxen verteilt wird und ausgefüllt werden soll, wenn eine Zahnrettungsbox zum Einsatz gekommen ist. Ist dies nicht erfolgt, können Zahnärztinnen und Zahnärzte das Formular hier harunterladen.