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Tue 8. May 12 10:28

Ersatzkassen verweigern sich (Archivmeldung)

Frankfurt, 09.06.2002. Die hessischen Zahnärztinnen und Zahnärzte sind mit ihrer Geduld am Ende. Die Kassenzahnärztliche Vereinigung Hessen (KZVH) hatte mit den hessischen Ersatzkassen schon im Februar die jährlichen Gebührenanpassungen verhandelt und ein einvernehmliches Ergebnis erzielt. Zu diesem Ergebnis wollen die hessischen Ersatzkassen heute nicht mehr stehen, obwohl die besprochene Gebührenanpassung innerhalb der vom Gesetzgeber vorgegebenen Margen liegt. Der Vorsitzende der KZVH, Dr. Jürgen Fedderwitz: “Mit dieser Verweigerungshaltung setzen die Ersatzkasssen die funktionierende Zahnarztpraxis aufs Spiel, die der Garant für die Behandlungsqualität ist und die die Patienten zu Recht erwarten.”

Deshalb wird die KZVH nun ihre Mitglieder auffordern, einseitig das einvernehmliche Verhandlungsergebnis ab 1. Juli 2002 für prothetische Behandlungsfälle umzusetzen. Dazu zählt die Versorgung mit Kronen, Brücken und Prothesen. Das bedeutet, dass die verabredete Gebührenanpassung für das Jahr 2002 in Höhe von 1,64 Prozent anteilig auf die zweite Jahreshälfte verlagert wird. Die Patienten müssen daher mit um 3,28 Prozent höheren Eigenanteilen rechnen.

Die Ersatzkassen begründen ihre Verweigerung mit einem Schreiben des Bundesversicherungsamtes (BVA), ihrer Aufsichtsbehörde. Das BVA kündigt darin Beanstandungen an, sofern Gebührenanpassungen vorgenommen würden, die keine Verringerung der Gebührenabstände zwischen Primärkassen und Ersatzkassen zuließen. Nur so seien die Finanzprobleme der Ersatzkassen, die unter anderem durch den Risikostrukturausgleich (RSA) ausgelöst sind, zu berücksichtigen.

Die Zahnärzte kritisieren den vorauseilenden Gehorsam der Ersatzkassen. Die KZVH weist darauf hin, dass die anteiligen Ausgaben für die zahnärztliche Behandlung einschließlich der Versorgung mit Kronen, Brücken und Prothesen seit Jahren rückläufig sind. Dr. Fedderwitz: “Wir Zahnärzte sind nachweislich nicht für die Finanzprobleme der gesetzlichen Krankenversicherung verantwortlich.”

Pressekontakt: Annette C. Borngräber, Tel. 069  427275-114, E-Mail: borngraeber@lzkh.de