Archivmeldung: Spezialkenntnisse auch für Allgemein-Zahnmediziner unerlässlich print

Tue 8. May 12 10:37

Spezialkenntnisse über Mundschleimhauterkrankungen und Risikopatienten auch für Allgemein-Zahnmediziner unerlässlich / Experten tagen auf internationalem Zahnmedizin-Kongress am 15. und 16.11.2002 in Frankfurt (Archivmeldung)

Frankfurt, 15.11.2002. Die zahnmedizinischen Kenntnisse und Fertigkeiten von Allgemein-Zahnärzten beschränken sich nicht mehr nur auf Zähne und Gebiss. Das Bild des klassischen Zahnarztes, der Zähne bohrt oder überkront, hat sich gewandelt. Die moderne Zahnheilkunde setzt heute neue Standards hinsichtlich des Spektrums, was ein Zahnarzt beispielsweise über Spezialgebiete wie Mundschleimhauterkrankungen, Zahnbetterkrankungen, Lasertherapie oder Risikopatienten wissen sollte.

Vom 15. bis 16. November 2002 werden in Frankfurt, wie auch in den vergangenen Jahren, rund 2000 Zahnärzte, Praxismitarbeiterinnen und internationale Wissenschaftler zum "Europäischen Forum Zahnmedizin" erwartet, um Spezialgebiete der Zahnheilkunde und neue Behandlungsmethoden zu erlernen und zu diskutieren.

Die Landeszahnärztekammer Hessen bietet für spezielle zahnmedizinische Fachgebiete neue Spezialfortbildungen für Zahnärzte an, um das Qualitätsniveau der zahnärztlichen Versorgung weiter zu verbessern. So startete im September 2002 in Hessen der erste Fortbildungskurs in der Parodontologie (Teilgebiet der Zahnmedizin, das sich mit der Entstehung und Behandlung von Zahnbetterkrankungen befasst).

"Der Bedarf nach speziell fortgebildeten Zahnärzten zum Beispiel auf dem Gebiet der Parodontologie ist groß. Zahnbettentzündungen sind nach wie vor eine der häufigsten Erkrankungen in der Bevölkerung. Nur ein geringer Prozentsatz der Erwachsenen von ca. 4-6 Prozent hat ein entzündungsfreies Zahnbett. Die Folgen von Zahnbetterkrankungen sind neuen Erkenntnissen zufolge, auch im Zusammenhang mit Herzinfarkt, Diabetes, Bluthochdruck und Frühgeburten zu sehen. Das Risiko für eine Frühgeburt ist bei schwangeren Frauen mit einer unbehandelten Zahnbetterkrankung um das Siebenfache erhöht." erklärt Dr. Michael Frank, Präsident des Landeszahnärztekammer Hessen.

Nach erfolgreicher Qualifizierung der umfassenden Fortbildungskurse in Theorie und Praxis dürfen die Zahnärztinnen und Zahnärzte den Tätigkeitsschwerpunkte auf dem Praxisschild ausweisen. Die neuen Hinweise auf den Praxisschildern ermöglichen den Patienten künftig eine schnellere Orientierung, wo sie für eine bestimmte Erkrankung, wie zum Beispiel der heimtückischen Zahnbetterkrankung, entsprechend fortgebildete Zahnärzte finden können.

Auch auf weiteren Teilgebieten der Zahnheilkunde wie der Implantologie, der Endodontie (befasst sich mit  Erkrankungen und der Therapie  im  Bereich des Wurzelkanals) der Funktionsanalyse sowie der Kinder- und Jugendzahnheilkunde werden Spezialfortbildungen für Zahnärzte in Hessen angeboten.

Wie bisher bleibt jeder Zahnarzt qualifiziert, alle Behandlungen durchzuführen.

In Hessen sind rund 4.300 niedergelassene Zahnärztinnen und Zahnärzte tätig.

Pressekontakt: Annette C. Borngräber, Tel. 069  427275-114, E-Mail: borngraeber@lzkh.de