Archivmeldung: Betrugsskandal um Zahnersatz  print

Tue 8. May 12 10:39

Zahnärztliche Berufsorganisationen in Hessen fordern uneingeschränkte Aufklärung im Betrugsskandal (Archivmeldung)

Frankfurt, 27.11.2002. Die Landeszahnärztekammer Hessen kann die Zahlen und Summen im  Betrugsskandal um im Ausland hergestellten Zahnersatz zur Zeit weder bestätigen noch dementieren.

"Sollten die zahnärztlichen Organisationen in Hessen feststellen, dass auch in Hessen Zahnärzte Abrechnungsbetrug begangen haben, werden Landeszahnärztekammer Hessen und Kassenzahnärztliche Vereinigung Hessen gemeinsam gegen diese berufsrechtlich vorgehen. In Hessen liegen derzeit keine Kenntnisse vor, die auf Betrugsverdacht hinweisen. Solange dies nicht der Fall ist, gilt der Unschuldsbeweis. Die Landeszahnärztekammer Hessen und die Kassenzahnärztliche Vereinigung Hessen stehen für die uneingeschränkte Aufklärung. ", erklärt Dr. Michael Frank, Präsident der Landeszahnärztekammer Hessen.

Die Verwendung von im Ausland kostengünstig produzierten Zahnersatz wird grundsätzlich von den Krankenkassen begrüßt, um Kosten in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zu reduzieren. Krankenkassen haben über Anschreiben an Patienten die Herstellung von Zahnersatz aus dem Ausland letztendlich propagiert. Die Verfahrensweise kostengünstigen Zahnersatz als teuren, im Inland hergestellten Zahnersatz, zu verkaufen und diesen den Patienten und Krankenkassen weiter zu berechnen ist Betrug.

Unabhängig von seinem tatsächlichen Ausmaß, das zur Zeit von den Ermittlungsbehörden untersucht wird, hat der Betrugsskandal um Billig-Zahnersatz aus dem Ausland viele Patienten verunsichert. Klarheit für die Patienten über genaue Herkunft und Beschaffenheit ihres Zahnersatzes hat jetzt oberste Priorität. Allerdings muss auch vor Panikmache gewarnt werden. Patienten, die bei der Informationssuche auf Schwierigkeiten stoßen, können sich in Hessen an die Service-Hotline der Patientenberatung der Landeszahnärztekammer Hessen wenden (Rufnummer 01805-202052).

Pressekontakt: Annette C. Borngräber, Tel. 069  427275-114, E-Mail: borngraeber@lzkh.de