Archivmeldung: Röntgen unerlässlich bei Früherkennung print

Fri 20. Apr 12 13:28

Hessens Zahnärzte bilden sich im Röntgen- und Strahlenschutz fort (Archivmeldung)

Frankfurt, 16.07.2004. Über 1000 Zahnärztinnen und Zahnärzte nutzten am vergangenen Wochenende die Gelegenheit, sich im Rahmen der traditionell in Bad Nauheim stattfindenden Frühjahrsfortbildung der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Hessen (KZVH) und der Landeszahnärztekammer Hessen (LZKH) auf verschiedenen Gebieten der Zahnheilkunde fortzubilden, insbesondere auch im Bereich Röntgen. Denn  das zahnärztliche Röntgen ist unerlässlich bei der Früherkennung von Erkrankungen im Mund-, Kiefer- und Gesichtsbereich.

Ganz besonderes Interesse fand daher die Veranstaltung, die sich mit dem zahnärztlichen Röntgen und dem Strahlenschutz beschäftigte und den in diesem Bereich geänderten Rechtsvorschriften. Referent Professor Dr. Jürgen Becker,  Mitglied der Arbeitsgruppe Röntgenstelle der Bundeszahnärztekammer, vermittelte den Zahnärzte den neuesten Kenntnisstand über die neuen Verordnungen, Patientenschutzmittel und deren Wirkung, den Stand der Technik im Strahlenschutz sowie neue Entwicklungen der Gerätetechnik.

Zahnärztinnen und Zahnärzte sind verpflichtet, in regelmäßigen Abständen ihr aktualisiertes Wissen auf dem Gebiet des Röntgens und Strahlenschutzes nachzuweisen. Die Röntgenaufnahme ist in der Zahnarztpraxis ein besonders wichtiges Hilfsmittel zur Erkennung und Behandlung von Erkrankungen im Mund,- Kiefer- und Gesichtsbereich. Entzündete und abgestorbene Zähne können ohne Röntgenaufnahmen ebenso wenig behandelt werden, wie Erkrankungen des Zahnbetts (Parodontose), Zahnersatz lässt sich nicht sinnvoll planen und Karies kann oft nicht rechtzeitig erkannt werden. Darüber hinaus gibt es einige zerstörende zum Teil auch bösartige Prozesse, die ohne regelmäßige Röntgenkontrolle zu lange unerkannt bleiben würden.

Von den etwa 125 Millionen Röntgenuntersuchungen pro Jahr werden etwas mehr als die Hälfte von niedergelassenen Ärzten und immerhin etwa ein Viertel von Zahnärzten durchgeführt. Das Strahlenrisiko beim zahnärztlichen Röntgen ist indes gering. Nach einer Beispielrechnung entsprechen vier Mundfilme oder eine Gebissübersichtsaufnahme (Panoramaaufnahme) dem Risiko eine Zigarette zu Rauchen (Krebstod) oder sich über 9600 Kilometer in einem Jet-Flugzeug der natürlichen Strahlung auszusetzen. Der gerundete Mittelwert bei Zahnaufnahmen beträgt 0,01 Millisievert* . Vergleich: Bei einer Mammographie (Röntgen der Brust) liegt der Wert bei 0,5 Millisievert.

"Die hessischen Zahnärztinnen und Zahnärzte stellen auch im Bereich des Röntgens ihre hohe Fortbildungsmotivation zum Wohle ihrer Patienten unter Beweis. Denn wir sind bestrebt, trotz eines immer schwierigeren gesundheitspolitischen Umfeldes, die zahnärztliche Versorgung in Hessen weiterhin auf einem hohen Niveau zu halten", erklärte Kammerpräsident Dr. Michael Frank.

* "Sievert" ist die Einheit der effektiven Strahlendosis; bei kleinen Dosen ist die Bezeichnung Millisievert gebräuchlich.

Pressekontakt: Annette C. Borngräber, Tel. 069  427275-114, E-Mail: borngraeber@lzkh.de