Archivmeldung: Die Mundgesundheit der Deutschen war noch nie so gut print

Tue 8. May 12 11:03

Vierte Deutsche Mundgesundheitsstudie vorgestellt (Archivmeldung)

Frankfurt, 16.11.2006. Die neueste Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS IV), die heute der Öffentlichkeit vorgestellt wurde wartet mit interessanten und sehr positiven Ergebnissen auf. Demnach ist die Mundgesundheit der Deutschen so gut wie noch nie. Ein Verdienst der Prophylaxe, der Zahnärzte und letztlich der zahngesundheitsbewussten Bevölkerung.

Die Karies ist in Deutschland dank intensiver Prophylaxe und guter zahnärztlicher Versorgung weiter auf dem Rückzug. 12-jährige haben heute im Schnitt nur 0,7 kariöse, gefüllte oder wegen Karies fehlende Zähne. 1997 lag der Wert noch bei 1,7. Deutschland hat sich damit eine internationale Spitzenposition bei der Mundgesundheit von Kindern erobert. Auch bei Erwachsenen und Senioren sind Zahnverluste deutlich rückläufig. Das ist die Essenz der Vierten Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS IV), die das Institut der Deutschen Zahnärzte im Auftrag der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) und der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) durchgeführt hat. Die Studie wurde heute in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt. Doch die Erfolgsstory der Kariesbekämpfung hat auch eine andere Seite: Parodontalerkrankungen, also chronisch-entzündliche Erkrankungen von Zahnfleisch und Kieferknochen sind auf dem Vormarsch. Auch sie führen häufig zum Zahnverlust.
Etwa 20 Prozent der Erwachsenen und 40 Prozent der Senioren leiden in Deutschland unter einer schweren Parodontitis. Das ist, so paradox das klingt, auch eine direkte Konsequenz unserer Erfolge in der Kariesbekämpfung. Da die Menschen heute ihre Zähne länger behalten, steigt ihr Parodontitisrisiko. Das führt schnell zu einer Unterversorgung, die angegangen werden muss. Das ist die Front, an der die zahnmedizinischen Schlachten der nächsten zwanzig Jahre geschlagen werden.
aus der demografischen Entwicklung ergeben sich weitere Herausforderungen im Zusammenhang mit der medizinischen Bedeutung der Zahnmedizin und der Wechselwirkung von Erkrankungen im Zahn-, Mund- und Kieferbereich mit dem Gesamtorganismus. Wir brauchen angesichts der älter werdenden Gesellschaft eine weitere Betonung der Alterszahnheilkunde. Außerdem haben wir gerade in der Kariesbekämpfung noch eine Schieflage. Zehn Prozent der Kinder, zumeist aus sozial schwachen Familien, haben 60 Prozent aller Kariesfälle. Neben der gesundheitspolitischen stellt sich hier auch eine sozial- und bildungspolitische Aufgabe.

Die Deutsche Mundgesundheitsstudie DMS IV ist eine repräsentative Querschnittsuntersuchung, für die das Institut der Deutschen Zahnärzte zwischen Februar und September 2005 in neunzig Städten und Gemeinden insgesamt 4631 deutsche Staatsangehörige aus vier Altersgruppen befragt und zahnmedizinisch untersucht hat. Als Wiederholungsuntersuchung zur Dritten Deutschen Mundgesundheitsstudie zeigt sie die Entwicklung der Mundgesundheit seit 1997 auf. Eine Kurzfassung der Studie steht zum Download unter www.kzbv.de oder www.bzaek.de zur Verfügung.

Pressekontakt: Annette C. Borngräber, Tel. 069  427275-114, E-Mail: borngraeber@lzkh.de