Fachkräftemangel im Fokus: Landeszahnärztekammer Hessen stellt neue Initiativen vor

Die Delegierten der Landeszahnärztekammer Hessen (LZKH) haben auf ihrer Versammlung am heutigen Samstag in Kassel, neben der Gesundheitspolitik in Europa, im Bund und im Land Hessen, vor allem das zukünftige Berufsbild Zahnmedizinischer Fachangestellter (ZFA) und den Fachkräftemangel in den Fokus gerückt.

Ein gleichbleibend großes Problem und zugleich ein Schlüssel zur Lösung ist, neben der Akzeptanz und dem Image des Berufes in der Öffentlichkeit, die Zufriedenheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Praxen. Hierzu wurden in einem Pilotprojekt 461 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu ihrer Zufriedenheit befragt. Die Ergebnisse der Erhebung lassen großes Verbesserungspotential erkennen und genau da gilt es, anzusetzen. „Es geht vorrangig nicht um die Anwerbung von noch mehr Auszubildenden, sondern ganz klar um die Kommunikation in den Praxen, die Möglichkeiten der Förderung und der beruflichen Entwicklung und die Wertschätzung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das ist eine große Aufgabe und hier müssen schnell Ansätze für Lösungen geschaffen werden. Konkret heißt das für uns: Erhöhung der Erfolgsquote und Senkung der Zahlen der Nichteinsteiger in den Beruf und derjenigen, die aus dem Beruf aussteigen“ sagt LZKH-Präsident Dr. Michael Frank.

Um das Image des ZFA-Berufes zu verbessern, beteiligt sich Hessen an einer länderübergreifenden Kampagne, die neben Printmedien vor allem Online (https://du-bist-alles-fuer-uns.de/) und in den Sozialen Medien läuft. „Wir müssen hier das sprichwörtliche Rad nicht allein neu erfinden, sondern die guten Ideen und Ansätze bündeln, die in den Ländern vorhanden sind – denn was das Problem der Nachwuchsgewinnung und -förderung anbelangt, sitzen wir alle im selben Boot und müssen kräftig rudern, wenn wir eine Kursänderung herbeiführen wollen“, so Frank weiter.

Hinsichtlich der seit langem aufgeschobenen und am 7. Juni 2019 im Bundesrat schließlich verabschiedeten neuen Approbationsordnung für Zahnärztinnen und Zahnärzte zeigte sich Kammerpräsident Frank verhalten positiv. Noch sei die Finanzierung der Neurungen durch die Länder nicht final geregelt, aber man sehe nun auch dieser Frage positiv entgegen.

Eindeutig zu begrüßen sei aber die lang erwartete Regelung hinsichtlich der Gleichwertigkeitsprüfung, die Zahnärzte, die nicht innerhalb der EU studiert haben, absolvieren müssen, um in Deutschland arbeiten zu dürfen. Diese Prüfungen werden schon seit Jahren durch die Kammern durchgeführt und nun stünde man endlich vor einer verbindlichen Rechtsgrundlage, die Sicherheit für alle Beteiligten schaffe.

Traditionell liegt bei der Delegiertenversammlung im Sommer ein weiterer Schwerpunkt beim Versorgungswerk der Landeszahnärztekammer Hessen. Die aktuelle Situation der Hessischen Zahnärzte-Versorgung (HZV) in einem zunehmend problematischen internationalen Kapitalmarktumfeld wurde ebenso beleuchtet, wie die zu erwartende Weiterentwicklung der Versorgungslage in den kommenden Jahren. Ungeachtet eines – aufgrund nervöser Märkte und niedriger Zinsen - sehr schwierigen Jahres 2018 konnten der Verwaltungsrat und sein Vorsitzender erneut eine positive Bilanz ziehen.