Bürokratieabbau: Kontinuität als Schlüssel zum Erfolg

Die Delegiertenversammlung der Landeszahnärztekammer Hessen fand am heutigen Samstag im Unterschied zum sonst im Sommer üblichen Austragungsort Kassel in Frankfurt am Main statt. Neben vielen weiteren Themen stand auch diesmal die politische Arbeit des Vorstands und die Fortsetzung der engen Zusammenarbeit mit den politischen Entscheidungsträgern auf Landes- wie auch Bundesebene im Mittelpunkt der Berichte und Debatten. LZKH-Präsidentin Dr. Doris Seiz konnte den Delegierten neben dem Beleg der Intensivierung der Zusammenarbeit auch Früchte dieses sachlichen und von gegenseitigem Respekt geprägten Austauschs vor Augen führen. Zu den konkreten Schritten beim Abbau unnötiger Bürokratie und nicht nachvollziehbarere Vorgaben und Regelungen zählt u. a. die klare Absage an die Validierung der Wischdesinfektion in Hessen bei einem Setzpunkt des hessischen Landtags zum Thema „Freie Berufe im Gesundheitswesen“.

„Wir haben es uns in dieser Legislatur zur vornehmlichen Aufgabe gemacht, bei jeder sich bietenden Gelegenheit und im Schulterschluss mit weiteren Organisationen des Berufsstands den Kontakt zur Politik zu suchen und unsere Themen und Probleme vorzubringen und zu erläutern. Vieles, was wir uns wünschen, ist nicht mit der Brechstange zu erreichen, nicht zuletzt, weil manchmal mehrere Behörden und Ministerien an derselben Sache beteiligt und für unterschiedliche Aspekte zuständig sind. Wenn es aber gelingt, durch kontinuierlichen sachlichen Input ein Verständnis für die Richtigkeit unserer Anliegen und Forderungen zu schaffen, ist das Fundament für eine Lösung gelegt,“ kommentiert Dr. Seiz das Engagement des Kammervorstands. Man werde diesen Weg weitergehen, denn erste Erfolge zeigen deutlich, dass dieses Vorgehen erfolgversprechender ist als Konfrontation und mediales Aufbegehren, so Dr. Seiz weiter. Gerade der Abbau belastender Bürokratie sei kein Sprint, sondern weit eher ein Marathonlauf. Man sei aber auf dem Weg, habe auch schon einige Schritte in Richtung des gesetzten Ziels gemacht und von Ermüdung könne nicht die Rede sein.

Bei den Berichten aus einzelnen Vorstandsressorts gab ZA Carsten Czerny, Referent für Gebührenordnungsfragen im Vorstand der LZKH, anlässlich der unlängst vom Deutschen Ärztetag beschlossenen Neufassung der GOÄ den Delegierten einen fundierten Einblick in die derzeitigen Debatten um eine mögliche Novelle der GOZ und als Alternative dazu einer klugen Handhabung des Bestehenden.

„Der Gesetzgeber hat uns das Signal gegeben, dass wir, bevor wir eine neue GOZ fordern, erst einmal die vorhandene GOZ vollständig nutzen sollen und damit ist der Paragrafenteil und die Möglichkeit individueller Vereinbarungen mit den Patienten gemeint. Jetzt müssen wir die Kollegen in der Umsetzung stärken und die Patienten informieren und dafür alle heute vorhandenen Register der Öffentlichkeitsarbeit ziehen“, so Czerny. Als Beispiel stellte er den Delegierten die neue Folge von „Bissfest“, dem LZKH-Podcast zum Thema GOZ vor und lud ein, dies auch im Kollegenkreis publik zu machen.

Wie immer bei der Delegiertenversammlung im Sommer bildeten die Themen der Hessischen Zahnärzte-Versorgung (HZV) einen weiteren Schwerpunkt. In seiner umfassenden Bestandsaufnahme zur Lage des Versorgungswerks der hessischen Zahnärzte stellte Dr. Hans Jürgen Nonnweiler, Vorsitzender des Verwaltungsrats der HZV, als einen Beleg des Vertrauens der Mitglieder in die Arbeit der HZV die Stabilität der freiwilligen Beiträge heraus. Obwohl die Zinsen bei privaten Anlagen wieder steigen und trotz der medialen Kampagne gegen die berufsständischen Versorgungswerke würden nicht nur die Pflichtbeiträge entrichtet und dies zeige auf erfreuliche Weise die Wertschätzung gegenüber der HZV und ihrer Anlagestrategie in schwierigen Zeiten.