Gemeinsam Hessen besser machen: Kammern übergeben zweites Weißbuch an Ministerien

Ressourcenschonung bei zahnärztlichen Vorschlägen im Fokus 

Am Dienstag dieser Woche wurde in Wiesbaden das neue Weißbuch „Perspektiven der Infrastruktur - Versorgungssicherheit für Hessen“ der Initiative „Kammern in Hessen (KiH)“ an die Politik übergeben. Die Publikation, die auf 35 Seiten 16 konkrete Problemfälle aus den Bereichen berufliche Bildung, Verkehr, Verwaltung, Gesundheit und Digitalisierung vorstellt und dazu umsetzbare Lösungsvorschläge der Kammerorganisationen anbietet, wurde an die Spitzen von drei hessischen Ministerien übergeben. Zur Übergabe waren Prof. Dr. Kristina Sinemus, Hessische Ministerin für Digitalisierung und Innovation, Heike Hofmann, Hessische Arbeits- und Sozialministerin und Ines Fröhlich, Staatssekretärin im Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum, die stellvertretend für den erkrankten Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori an der Veranstaltung teilnahm, ins Wiesbadener Kurhaus gekommen. 

Im September 2024 war die erste Ausgabe des Weißbuchs mit Vorschlägen zum Abbau unnötiger bürokratischer Belastungen an Manfred Pentz (CDU), Hessischer Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales und Entbürokratisierung und Bevollmächtigter des Landes Hessen beim Bund, übergeben worden. Von den 16 Vorschlägen dieser ersten Publikation konnten sechs bereits umgesetzt werden; bei sieben weiteren Handlungsempfehlungen wird die Umsetzung geprüft.

„Um nachhaltige Verbesserungen zu erzielen, ist das Aufzeigen von Problemen und Missständen allein nicht zielführend. Kammern bündeln immenses Fachwissen und profunde Sachkenntnis in ihren Bereichen und sind daher ideale Rat- und Ideengeber für die Politik. Daher sind die Weißbücher der Kammern in Hessen als konstruktiv-kritische Handlungsempfehlungen zu verstehen. Die Vorschläge der Landeszahnärztekammer in beiden Auflagen des Weißbuchs haben das Ziel, wichtige Ressourcen aufseiten der Behörden aber auch aufseiten der zahnärztlichen Praxen zu schonen, indem personal- und zeitintensive Vorgaben und Kontrollen ohne erkennbaren Nutzen entfallen, klare Standards für alle Beteiligten geschaffen werden und eine neue Kultur des Vertrauens dafür sorgt, dass Überprüfungen und Kontrollen nur dann stattfinden, wenn ein Anlass dafür gegeben ist“, sagt Dr. Doris Seiz, Präsidentin der Landeszahnärztekammer Hessen und Vizepräsidentin der Bundeszahnärztekammer.

Die Vorgehensweise der „Kammern in Hessen“ entspricht dabei der politischen Arbeit des Vorstands der Landeszahnärztekammer Hessen in der laufenden Legislatur: Bei allen Gelegenheiten das Gespräch und den Austausch mit den politischen Entscheidern suchen, wechselseitiges Vertrauen aufbauen und durch Informationen die Basis für Verständnis und sinnvolle Lösungen schaffen. Kurz: Kooperation statt Konfrontation.

„Wir freuen uns sehr über die Bereitschaft des Hessischen Ministers für Entbürokratisierung Manfred Pentz, sich weiter für die Umsetzung der zahnärztlichen Empfehlung aus dem ersten Weißbuch im Bundesrat einzusetzen. Wir haben in vielen guten Gesprächen das Problem der externen Validierung medizinischer Geräte in den Praxen geschildert und es wäre eine große Entlastung, wenn diese sinnfreie Maßnahme entfallen könnte. Die Zeit, die hierfür aufgewendet werden muss, ohne dadurch eine Verbesserung des Patientenschutzes zu erreichen, können wir sinnvollerweise für unsere eigentliche Aufgabe nutzen und unsere Patientinnen und Patienten behandeln“, so Seiz weiter. 

„Aus langjähriger Erfahrung weiß ich, dass Politik nicht auf Knopfdruck oder mit der Brechstage funktioniert. Oft sind bei Vorhaben mehrere Zuständigkeiten zu berücksichtigen und somit braucht die Umsetzung ihre Zeit. Wir werden aber auch bei den Vorschlägen des neuen Weißbuches den intensiven Dialog mit der Politik suchen und wissen, dass diese großes Interesse daran hat, auf die Fachexpertise der Kammern zurückzugreifen", so die LZKH-Präsidentin.

Kammern in Hessen
Die Initiative „Kammern in Hessen“ vereint 16 hessische Kammerorganisationen, die ihrerseits die Interessen von rund 400.000 Unternehmen und 100.000 Freiberuflerinnen und Freiberuflern sowie der Öffentlichkeit vertreten. Die Landeszahnärztekammer Hessen ist Gründungsmitglied der Initiative. Für gemeinsame Projekte, wie die Erstellung der Weißbücher, wurde eine Arbeitsgruppe aus den Mitgliedsorganisationen gebildet. Mehr dazu auf kammern-in-hessen.de. 

 


Bildmaterial

Abbildung 1: Vorstellung des neuen Weißbuchs am 21. April 2026 im Wiesbadener Kurhaus; im Vordergrund mit der Publikation Heike Hofmann, Hessische Ministerin für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales, Ines Fröhlich, Staatssekretärin im Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum und Prof. Dr. Kristina Sinemus, Hessische Ministerin für Digitalisierung und Innovation (Bild: Michael Schick)

Abbildung 2: Übergabe des 1. Whitepapers zum Bürokratieabbau von Kammern in Hessen an Minister Manfred Pentz am 30. September 2024 in Wiesbaden; links im Bild Dr. Doris Seiz, Präsidentin der Landeszahnärztekammer Hessen und rechts Dr. Maik F. Behschad, Vizepräsident (Bild: Sandra Hauer)