Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“

Die Bundesregierung hat zur Vermeidung einer durch die COVID 19-Pandemie bedingten Krise für die berufliche Zukunft junger Menschen und zur Sicherung von Fachkräften das Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ aufgelegt.

Damit will die Bundesregierung u. a. ausbildende Zahnarztpraxen in der aktuell wirtschaftlich schwierigen Situation unterstützen und sie dazu motivieren, ihr Ausbildungsplatzangebot aufrecht zu erhalten, um jungen Menschen die Fortführung und den erfolgreichen Abschluss ihrer Ausbildung zu ermöglichen.

Die in diesem Zusammenhang Anfang August veröffentlichte „Erste Förderrichtlinie“ vom 29. Juli 2020 können Sie hier einsehen. Die Förderung betrifft sowohl die Einstellung von Ausbildungsstartern als auch die Übernahme von Auszubildenden aus Pandemie bedingt insolventen Betrieben:

1. Förderung „Ausbildungsprämie“ (Ausbildungsangebot fortführen)

  • Förderungsfähig sind Berufsausbildungsverhältnisse, die ab dem 1. August 2020 bis spätestens zum 15. Februar 2021 starten. Dabei kann der Ausbildungsvertrag bereits vor dem 1. August 2020 abgeschlossen sein. Weiterhin muss das Ausbildungsverhältnis über die Probezeit hinaus fortbestehen.
  • Der Ausbildungsbetrieb muss von der Corona-Krise in erheblichem Umfang betroffen sein. Das ist der Betrieb, wenn im ersten Halbjahr 2020 wenigsten für einen Monat Kurzarbeit durchgeführt wurde oder der Umsatz der Zahnarztpraxis in den Monaten April und Mai 2020 um durchschnittlich mindestens 60 Prozent gegenüber April und Mai 2019 eingebrochen ist.
  • Die Zahnarztpraxis muss die Zahl der für das neue Ausbildungsjahr geschlossenen Ausbildungsverträge, die über die Probezeit fortgesetzt werden, auf dem durchschnittlichen Niveau der letzten drei Jahre halten.

2. Förderung „Ausbildungsprämie plus“ (Ausbildungsangebot erhöhen)

  • Es gelten die Voraussetzungen der Förderung „Ausbildungsprämie“ mit der Besonderheit, dass die Zahnarztpraxis über dem durchschnittlichen Niveau der letzten drei Jahre ausbilden muss.

3. Förderung „Zuschuss zur Ausbildungsvergütung“ (Vermeidung von Kurzarbeit für bestehende Ausbildungsverhältnisse)

  • Die regulären Mitarbeiter der Zahnarztpraxis befinden sich aufgrund eines erheblichen Arbeitsausfalles (mindestens 50 Prozent) in Kurzarbeit.
  • Auszubildende und ihre Ausbilder werden trotz dieses relevanten Arbeitsausfalls während der Praxiszeiten nicht in Kurzarbeit geschickt, sondern die Ausbildungsaktivitäten werden fortgesetzt.
  • Die Fortsetzung der Berufsausbildung hat die Zahnarztpraxis zeitgleich zur Anzeige der Kurzarbeit bei der für sie zuständigen Arbeitsagentur unter Nennung der Auszubildenden und des Ausbilders anzuzeigen. Hat die Zahnarztpraxis zum 1. August 2020 bereits Kurzarbeit angezeigt, ist die Anzeige der Fortführung der Ausbildung unverzüglich nachzuholen.

4. Förderung „Übernahme“ (aus Pandemie bedingtem Insolvenzbetrieb)

  • Auszubildende werden - auch aus einem fachfremden - Ausbildungsbetrieb übernommen, über den zwischen 1. April 2020 und dem 31. Dezember 2020 ein Insolvenzverfahren eröffnet wird (Datum des Eröffnungsbeschlusses). Die weiteren Voraussetzungen bezüglich der Insolvenz des vorhergehenden Ausbildungsbetriebes entnehmen Sie bitte der Ziffer 2.4 der „Ersten Förderrichtlinie“.

5. Förderungsumfang (zu Ziffer 1 bis 4)

  • „Ausbildungsprämie“: einmalig 2.000 Euro für jeden Ausbildungsvertrag.
  • „Ausbildungsprämie plus“: einmalig 3.000 Euro für jeden zusätzlichen Ausbildungsvertrag.
  • „Zuschuss zur Ausbildungsvergütung“: 75 Prozent der Ausbildungsvergütung für jeden Auszubildenden und jeden Monat, in dem ein relevanter Arbeitsausfall vorliegt.
  • „Übernahmeprämie“: einmalig 3.000 Euro für jeden Ausbildungsvertrag.

6. Antrag (zu Ziffern 1 bis 4)

  • Beachten Sie bitte, dass ein Anspruch auf Gewährung der vorgenannten Förderungen nicht besteht. Da das Förderprogramm begrenzte Mittel aufweist, sollte eine Beantragung daher umgehend erfolgen, um sich eine Unterstützung zu sichern. Ein Ausbildungsbetrieb kann für einen Ausbildungsvertrag nur durch eine Ausbildungsprämie, eine Ausbildungsprämie plus oder eine Übernahmeprämie bei Insolvenz gefördert werden. Weiterhin darf keine anderweitige vergleichbare Förderung durch ein Bundes- oder Landesprogramm erfolgen. Ausbildungsverhältnisse mit Ehegatten oder Verwandten ersten Grades können nicht gefördert werden.
  • Der Antrag ist spätestens drei Monate nach erfolgreichem Abschluss der Probezeit des jeweiligen Ausbildungsverhältnisses zu stellen. Im Falle der Förderung „Zuschuss zur Ausbildungsvergütung“ (Ziffer 3) ist der Antrag auf Zuschuss rückwirkend für jeden Monat innerhalb einer Ausschlussfrist von drei Monaten zu stellen.
  • Die Antragsformulare finden Sie auf der Internetseite Ihrer Arbeitsagentur (z. B. Arbeitsagentur Frankfurt am Main). Die Landeszahnärztekammer Hessen stellt Ihnen die für den Antrag erforderliche „Bescheinigung nach dem Berufsbildungsgesetz“ in ihrer Funktion als zuständige Stelle aus.

Weitere Informationen stellt Ihnen die Bundesagentur für Arbeit auf ihrer Internetseite zur Verfügung.